Saisonstart des Wachdienstes
Am Karfreitag beginnt für die ehrenamtlichen Wasserretter in Schierstein traditionell die neue Wachdienstsaison. Bei milden Temperaturen im zweistelligen Bereich und ersten zaghaften Sonnenstrahlen füllte sich der Parkplatz an der Station bereits in den Morgenstunden mit unseren ehrenamtlichen Rettern, die zum ersten Wachdienst des Jahres zusammenkamen.
Wie schon vor rund 100 Jahren startet die Schiersteiner DLRG ihre Saison mit einem intensiven Auftaktwochenende. Neben organisatorischen Abstimmungen zur Jahresplanung stehen dabei vor allem Ausbildung, Training sowie der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Erste-Hilfe- und Sanitätstrainings bilden die Grundlage, um bestens vorbereitet in die kommenden Monate zu gehen.
Der Rückblick auf das Jahr 2025 zeigt eindrucksvoll das Engagement der Ehrenamtlichen: Rund 3.400 Stunden leisteten die Mitglieder im Wachdienst. Insgesamt wurden 28 Einsätze zur Hilfe für Personen verzeichnet – darunter eine erfolgreiche Lebensrettung vor dem Ertrinken. Hinzu kamen 41 weitere Hilfeleistungen verschiedenster Art.
Auch für die kommende Saison stehen zahlreiche Aufgaben an. Neben dem regulären Wachdienst sichern die Rettungskräfte wieder Veranstaltungen in und um den Schiersteiner Hafen ab. Dazu zählen unter anderem das Hafenfest am ersten Juliwochenende sowie verschiedene Regatten. Ein besonderes Highlight bleibt das traditionelle Stromschwimmen am Hafenfestsamstag. Darüber hinaus feiern wir in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: 70 Jahre „Schierstein,“ das Hilfsfeuerlöschboot, das seit seiner Indienststellung im Jahr 1957 seinen Dienst tut. Finanziert wurde das Boot einst mithilfe eines Werbefilms – eine für die damalige Zeit außergewöhnliche Aktion. Ausgestattet mit einem wendigen Antrieb und einem ursprünglich aus Köln stammenden Ford-Lkw-Motor, bewährte sich das Boot über Generationen hinweg im Einsatz.
Mehrfach wurde die „Schierstein“ umfassend modernisiert und instandgesetzt – in den Jahren 1976, 1989, 2005 sowie zuletzt 2016. Auch 2019 war eine aufwendige Reparatur notwendig: Nach der Entdeckung von Rissen musste der Rumpf großflächig geöffnet und neu konserviert werden. Dank der Unterstützung von Unternehmen sowie unzähliger ehrenamtlicher Arbeitsstunden konnte das Boot nach nur vier Wochen wieder in Dienst gestellt werden.
Trotz ihres Alters ist die „Schierstein“ bis heute unverzichtbar. Ob bei der Bergung gesunkener Boote oder beim Transport verletzter Personen – sie bleibt ein zentrales Einsatzmittel der Wasserretter. Gleichzeitig wächst angesichts zunehmender Reparaturen und moderner Anforderungen der Wunsch nach einem Nachfolgeboot. Bis es so weit ist, halten die Einsatzkräfte das traditionsreiche „Schierstein“weiterhin einsatzbereit.
Wir wünschen allen Aktiven eine gesunde Saison und immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel.